Angespielt – Alte dunkle Dinge

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Das 2014 auf Kickstarter erschienene Alte Dunkle Dinge (Link zu BGG) ist ein Pulp Horror Würfelspiel, thematisch in der Nähe von Cthulhu angesiedelt, auch wenn der Name meines Wissens nach nirgendwo im Spiel auftaucht.

Im großen und ganzen ist es wieder mal ein mit anderen Elementen aufgeblasenes Kniffeln, wir müssen versuchen, bestimmte Wurfergebnisse wie Dreierpasch oder Straßen zu erreichen, um dunkle Begegnungen zu überstehen.

Die Ähnlichkeit zu das ältere Zeichen ist dabei verblüffend, nicht nur vom Thema her, sondern auch von den Regeln, der einzige echte Unterschied ist, dass wir nicht kooperativ, sondern egoistisch spielen.


Wie funktioniert es?

Jeder Spieler zieht einen Charakter, wobei die sich nur minimalst unterscheiden, jeder erhält zu Beginn ein anderes Bonusplättchen. Die Erbin hier auf dem Bild startet zum Beispiel mit einem Gold mehr als die anderen, das sieht man oben links neben ihrem Bild. Der Rest ist bei allen Spielern gleich.

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Unten auf den Tableaus werden fünf Sorten Plättchen gesammelt:

Ganz links kommen olive Minuspunkte hin, also im Idealfall gar keine. Daneben liegen lila Mut, blaue Handlungen, grüner Fokus und gelbes Gold. Mut kann ausgegeben werden, um alte dunkle Dinge ohne Würfeln zu überleben, das heißt, das sind 1:1 Siegpunkte. Handlungsmarker bezahlen Handkarten, die meistens erlauben, irgendwie an den Würfeln herumzudrehen. Fokus lässt einzelne Würfel wiederholen statt alle auf einmal, und Gold dient zum Kauf arkaner Artefakte, die den Charakter dauerhaft stärker machen.

Reihum gehen wir nun auf irgendwas Gruseliges los, kassieren davor ein paar dieser Plättchen, und müssen dann mit fünf Würfeln und zweimal Wiederholen irgendein gefordertes Ergebnis erzielen.

UnbenanntDie Fallgrube links verlangt einen Drilling mit mindestens Dreien, das seltsame Zeichen daneben einen Pasch mit mindestens Vieren. Oben stehen die Siegpunkte beziehungsweise die Kosten in Mut.

Nicht benutzte Würfel können mit Hilfe der Tabelle unten links gegen Plättchen eingetauscht werden. Bei einem Fehlversuch darf man sogar alle fünf Würfel eintauschen, so dass man wenigstens den Vorrat etwas aufstocken kann.att2_s

Es gibt noch ein paar weitere kleinere Regeln, aber das ist das Wesentliche.

Die Spielregel gliedert das in 7 Phasen, die jeder Spieler in jeder Runde abhandeln soll, siehe Spielertableau in der Mitte. Aber eigentlich ist das echt nur „wähle eine ausliegende Begegnung, würfle oder bezahle mit Mut, und wenn du Gold hast, kauf was, nächster“.


Wie spielt sich das?

Wir würfeln fröhlich vor uns hin, sammeln Plättchen und geben sie wieder aus, mal schaffen wir die Begegnungen, mal nicht, wie das halt so ist in einem reinen Glücksspiel.

Die Monster sind vorsortiert, so dass die Würfe immer härter werden, gegen Ende braucht es Straßen aus fünf Würfeln oder einen Fünferkniffel, das ist natürlich nur noch zu schaffen, wenn man ausreichend betrügerische Handlungen oder Gegenstände hat. So werden dann sehr schnell alle Minusplättchen für Fehlversuche verteilt, was dann auch das Spiel beendet.

Ich bin der einzige, der den Wert von Mut erkennt, Siegpunkte statt Minuspunkte, steuere daher gezielt Orte an, wo ich diese Plättchen mitnehmen kann, und gewinne am Ende halbwegs deutlich. Die anderen wollten vor allem Gold und hatten dadurch wesentlich mehr Gegenstände als ich, deren Nutzen mir aber meist fragwürdig vorkam.

Insgesamt haben wir zu viert knappe zwei Stunden gebraucht, das geht aber sicher wesentlich schneller, wenn alle die Regeln kennen und wissen, was sie tun.


Wertung

Alte dunkle Dinge macht schon Spaß, atmosphärisch ist es aber leider absolut nicht, trotz des hübschen Designs. Das hatte ich auch schon beim älteren Zeichen bemängelt, Kniffeln und Horror passen nun mal nur so halb zusammen.

Wie jeder Kniffelklon ist es extrem beliebig, man kann nur so gut spielen, wie die Würfel eben fallen, und wer am Ende gewonnen hat, ist reiner Zufall. Und das kann das Zusatzmaterial auch nur bedingt verschleiern.

Es kam mir ohnehin so vor, als wäre das meiste Material in erster Linie drin, damit man das teurer verkaufen kann: Spielbrett, Spielertableaus mit *hust* Charakteren, diverse Marker und Karten wären für genau dasselbe Spielerlebnis eigentlich gar nicht nötig, sind aber natürlich hübsch anzuschauen.

5/10. Große Box, wenig Inhalt.

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