Angespielt – Krazy Wordz

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Bildquelle: Boardgamegeek

Man sollte meinen, es gehöre zur Allgemeinbildung, dass La Morkha der heißeste Ort auf dem Planeten ist. Dumm nur, dass der Sitznachbar einen Namen für einen Vulkan finden musste. Und das schwedisch klingende Björm, ist das etwas typisch weisses oder ein Gericht aus Erdbeermarmelade und Spinat?


Wie funktioniert es?

Jeder Spieler zieht eine verdeckte Karte mit einem Begriff, für den ein neues Wort geschaffen werden will. Da kann wirklich alles dabei sein, vom höchsten Vulkan über das Bauteil eines Raumschiffs oder den Titel eines Erotikfilms – Wer keine schlüpfrigen Begriffe vorfinden will, greift lieber zur Family Edition.

Jetzt ziehen wir neun zufällige Buchstaben, darunter drei Vokale, damit wir überhaupt etwas basteln können, das die Bezeichnung Wort verdient hat. Aber leider auch haufenweise eher merkwürdige Konsonanten. Die Verteilung entspricht bewusst nicht der deutschen Sprache, es sollen ja Krazy Words rauskommen.

Daraus zimmert jeder für sich sein Wort zusammen, nach den folgenden Regeln:

  • Es muss zum Glück nicht jeder Buchstabe verwendet werden
  • Es darf kein echtes Wort rauskommen
  • Mehrere Worte, Abkürzungen und dergleichen sind erlaubt

Wir erhalten später Punkte dafür, erraten zu werden, also sollten wir nicht völlig unsinnigen Quatsch zusammenzimmern: Ein Wort, das mit -pax aufhört, gibt vielleicht ein besseres Medikament gegen Durchfall ab als Zyogqu. Ideal wäre Popax, weil die Mitspieler das dann hoffentlich als Friede für den Hintern übersetzen und eindeutig zuordnen können. Aber für solche Abstauber bekommen wir natürlich selten die Buchstaben. Man muss auch mit Löprete und Saqalap arbeiten können.

Sind alle Spieler fertig, werden die Begriffskarten eingesammelt, gemischt und offen gelegt. Dann raten wir in geheimer Abstimmung, welches sonderbare Wort zu welchem abstrusen Begriff passen soll, erhalten Punkte fürs Erraten und Erraten werden und fangen von vorne an.


Macht das Spaß?

Und wie.

Crazy Wordz zieht seinen Reiz dabei vor allem aus „Spaß am Frust“: Ein Wort aus völlig unpassenden Buchstaben zusammenzufummeln, ist oft schon eine ausreichend unmögliche Aufgabe. Und wenn man dann doch endlich etwas halbwegs Passables gefunden hat, so erfährt man Sekunden später, dass der eigene Begriff viel besser zu einem anderen Wort passen würde, oder andersrum. Oder dass mehrere Spieler an sehr ähnlichen Begriffen gebastelt haben, etwa Massagestab, Kosename für sein bestes Stück und Etwas zum Streicheln, und jetzt wohl völlig zufällige Punkte erhalten werden. Nur selten gelingt einem Spieler ein todsicherer Wurf, meinen Seeholst konnten zum Beispiel alle Mitspieler sofort dem Donaudampfschifffahrtskapitän zuordnen, genauso wie es natürlich klar ist, dass K M C der Name eines Motorradclubs ist.

Durch die verschieden ähnlichen Begriffe randomisiert sich die Punktewertung auffallend, es wird hier wohl selten der „beste“ Spieler gewinnen, sondern eben irgendwer. Aber das ist ohnehin sekundär. Gewinner der Herzen ist, wer regelmäßig mit ausgefallenen Worten und Erklärungen für Lacher sorgt.

Material und Gestaltung sind nicht umwerfend, aber zweckdienlich. Einzig die Siegpunkte schmecken mir nicht, wie bei der holden Isolde fallen die dafür vorgesehenen Plättchen unpraktisch winzig aus, ihre Verwaltung gestaltet sich unnötig fummlig. Ich hätte wohl einen Notizblock und eine simple Strichliste vorgezogen.


Wertung

Crazy Words spielt sich locker flockig runter. Dabei wird gelacht und geflucht, abstruse Wortschöpfungen werden angezweifelt und verteidigt, und es werden weitere Runden gefordert, was wohl selten ein schlechtes Zeichen ist.

Warum meine Mitspieler nicht darauf kommen konnten, dass Saqalap ein anderes Wort für Scheidenkrampf ist, wird wohl auf ewig unbeantwortet bleiben.

 

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3 Gedanken zu “Angespielt – Krazy Wordz

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