Angespielt – X-Bugs

Meine Spielereviews heißen alle „angespielt“, hier ist das nicht so ganz akkurat, das Spiel befindet sich seit ungefähr zehn Jahren in meinem Besitz, und es gehört zu meinen absoluten Lieblingen, auch wenn es objektiv nicht allzu „gut“ ist.

Die grünen Soviet-Käfer, Bild von https://boardgamegeek.com/boardgame/2316/x-bugs

X-Bugs ist ein schnelles und lustiges Geschicklichkeitsspiel. Man kann es auf einer Tischdecke oder einem Küchentuch spielen, Hauptsache, man kann auf der Unterlage „schnippen“ (also Plastikchips hüpfen lassen). Jeder Spieler hat drei Heimatbasen und eine Armee von außerirdischen Käfern, die er durch die Gegend schnippen kann, und die im Idealfall auf gegnerischen Käfern landen (das heißt dann „gefangen nehmen“).

Ziel des Spiels ist es, die drei Heimatbasen des Gegners zu zerstören, und nebenher natürlich möglichst viele Rohstoffe und gegnerische Käfer gefangen zu nehmen. Das Spiel dauert ungefähr eine Viertel- bis halbe Stunde.

Die gelben Heimatbasen (einfach und aufgewertet), Bild von https://boardgamegeek.com/boardgame/2316/x-bugs

Eine Runde sieht so aus: man würfelt die drei Würfel, und darf für jeden Würfel einen der angezeigten Käfer schnippen. Trifft man dabei wenigstens einmal einengegnerischen Käfer, erhält man einen Extraschnipp, man kommt also auf maximal 4 Schnipps pro Runde. Trifft man eine Heimatbasis, verliert der Gegner einen seiner drei Würfel. Trifft man einen Rohstoff (kleine Chips in der Mitte), so darf man ihn einsammeln, und für je zwei Rohstoffe darf man eine Heimatbasis aufwerten (auf die mächtigere Seite drehen).

Das war’s schon fast an Grundregeln.

Dafür haben aber alle einzelnen Käfer Regeln und oft zwei verschiedene Seiten.

So kann zum Beispiel der „Saboteur“ der Sovietopter nicht gefangen werden, wenn er nach dem Schnippen auf seiner „getarnten“ Seite landet. Dafür kann er selbst keine Käfer fangen, sondern nur Heimatbasen.

Ein schwarzes Insekt fängt eine rote Heimatbasis, Bild von https://boardgamegeek.com/boardgame/2316/x-bugs

Das Spiel macht – mir zumindest – höllisch Spaß. Die Geschicklichkeitskomponente mit dem Schnippen, die einfachen Regeln, der schnelle Spielfluß und die verschiedenen Käfervölker, die sich völlig unterschiedlich spielen, alles großartig.

Dafür ist das Spiel nicht besonders „fair“. Wer ins Hintertreffen gerät (Heimatbasen und damit Würfel und damit Aktionen verliert), hat kaum noch Chancen, aufzuholen, und auch die Völker untereinander erscheinen nicht besonders ausbalanciert (das Bienen/Wespen-Volk hat zum Beispiel grotesk gute Sonderregeln).Außerdem stellt sich die Frage, ob in einem derartig einfachen Spielkonzept wirklich jeder Käfer Sonderregeln braucht.

Weil X-Bugs aber nun wirklich nicht lange dauert und der Spaß am Rumschnippen im Vordergrund steht, sind mir diese Probleme größtenteils egal.

Ich vergebe 8/10, ein tolles Spiel für Zwischendurch, und insbesondere für Kinder. Ich habe das dutzende Male mit kleinen Jungs gespielt, wenn meine Eltern Besuch mit Nachwuchs hatten, die sich vor dem Alienkäfer-Schnippen eher langweilen mussten. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es überhaupt noch erhältlich ist, aber wenigstens gebraucht sollte es sich noch irgendwo ergattern lassen.

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