Angespielt – Labyrinth

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Spielplan, Bildquelle: GMT

Labyrinth ist eine hochgradig asymmetrische Konfliktsimulation. Wir befinden uns im Jahre 2001, unmittelbar nach dem elften September, ein Spieler übernimmt die Rolle der USA, der andere die Jihadisten…

…was vermutlich schon ausreicht, um den einen oder anderen Leser vom Spielen, Kaufen oder gar Weiterlesen abzuhalten. Und das kann ich durchaus nachvollziehen. Ob man im Angesicht der grauenvollen Ereignisse der letzten Jahre in die Rolle eines Islamisten schlüpfen will, der Gottesstaaten wie den IS errichtet und Anschläge verübt, ist natürlich wirklich fragwürdig.

Das Spiel präsentiert sich zunächst auch in schwarz-weiß, so gut wie jede Karte ist in der Weltsicht einer Bushregierung formuliert. Es spielt sich dann aber durchaus ambivalent und ist auch thematisch lange nicht so eindimensional, wie ich zu Beginn vermutet hätte. So ist zum Beispiel Schröders „Nein zum Irakkrieg“ eine Terroristenkarte – weil das ja klar ist. Spielerisch kann ihre Auswirkung aber durchaus dem Amerikaner nutzen. Weiterlesen

Angespielt – Dominant Species

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Bildquelle: BGG

Die Eiszeit steht vor der Tür, die Nahrung wird immer knapper. Spinnen, auf zur Weltherrschaft! Zeigt den anderen Viechern, dass das vierte Beinpaar ein unschlagbarer Evolutionsvorteil ist!

Dominant Species ist eine Art Kriegsspiel in der Tierwelt. Über ausgedehntes Worker Placement gestalten wir das Spielbrett und steuern die Geschicke unserer Viecher: vermehrt euch, wandert, mutiert, fresst die anderen Tiere.

Gespielt wird vor allem um area control, und zwar sowohl qualitativ wie auch quantitativ, also: wer ist am besten angepasst, wer hat die meisten Tiere?

Vom Regelumfang her ist es kein richtiger Brocken, aber die Handlungsoptionen sind immens und ihre Konsequenzen wollen wohldurchdacht sein, so dass man schon den kompletten Spieleabend für eine einzige Partie veranschlagen kann. Weiterlesen

Angespielt – Twilight Struggle

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Bild von BGG

Wieder einmal ein hochkomplexes Spiel, und der werte Leser darf sich fragen, warum ich nach nur einem Spiel eine Art Review schreiben darf. Hindert mich doch dran! 😉

Twilight Struggle ist das Flaggschiff des Verlags GMT und führte lange Zeit die Rangliste auf Boardgame Geek an, galt also als das beste Spiel aller Zeiten. Es ist eine äußerst thematische Simulation des kalten Krieges, zwei Spieler hauen sich drei bis vier Stunden lang Karten und Würfel um die Ohren, und der Einsatz ist… die Welt.

Abgeschreckt von der gar fürchterlichen Spieldauer habe ich mich lange darum gedrückt, nun war es endlich an der Zeit, als Sowjet nach der Weltherrschaft zu greifen.


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Angespielt – Churchill

Churchill ist eine asymmetrische „Konferenzsimulation“ im zweiten Weltkrieg, kein „Kriegsspiel“ im eigentlichen Sinne, auch wenn eine Menge gekämpft wird.

Die drei Spieler schlüpfen in die Rolle von Roosevelt, Stalin und – natürlich – Churchill. Sie ringen über mehrere historische Konferenzen hinweg am Verhandlungstisch um Zugeständnisse, um den zweiten Weltkrieg möglichst vorteilhaft zu beenden. Amerikaner und Briten spielen sich dabei etwas mehr gegenseitig in die Hände, die Russen sind oft eher der „Njet!“ rufende Dritte, aber es gibt Streitpunkte und Gemeinsamkeiten zwischen allen Parteien.

Für mich ist das Herausstellungsmerkmal an Churchill die Siegbedingung:

Man will zwar gewinnen, aber bloß nicht zu hoch. Wenn ein Spieler einen zu hohen Vorsprung hat, gewinnt der Zweitplatzierte. Der Krieg muss beendet werden, aber alle Parteien müssen „glücklich“ sein und sich respektiert fühlen.

Das führt dazu, dass man sich gegenseitig weitaus mehr helfen muss, als man das eigentlich möchte, und dass Spieler teilweise sogar aktiv und bewusst ihre Siegespunkte „abgeben“. Eine derartig motivierte Kooperation zwischen drei konkurrierenden Spielern habe ich noch nie gesehen, und dieser Aspekt  gefällt mir ausgesprochen gut.

Möglich sind 1-3 Spieler (theoretisch kann jede Partei durch einen „Bot“ ersetzt werden, und man könnte drei Bots gegeneinander anrennen lassen). Aber ich denke, man sollte das schon in Vollbesetzung spielen.

Drei bis vier Stunden Zeit sollte man schon dafür haben, und für das lange Szenario (10 statt 5 Konferenzen) dann wohl das doppelte. Weiterlesen