Spielidee – Imperium Romanum

rom_header

Ich habe mich in den letzten Wochen wieder mal ins Spieldesign gestürzt, bei den momentanen Temperaturen ist die Archäologie irgendwie nur so halb ergiebig.

Mein Freund Simon hat mir einen Prototypen für ein „diplomatisches Römerspiel“ überlassen, das ein paar interessante Elemente drin hatte, aber auch einen Haufen Dinge, die nicht so recht funktionieren wollten. Ich habe die Dinge beibehalten, die ich toll fand, und den Rest komplett über den Haufen geworfen.

Für den historischen Background und Testspiele ist er immer noch hauptverantwortlich, ich darf an den Mechaniken rumspielen und Material zusammenbasteln.

Kernideen

  • Nicht alleine: Ich möchte, dass man nur einfachste Aktionen alleine erledigen kann, bei allem anderen sind andere Spieler mit involviert. Ich wollte ein hochgradig interaktives Spielgeschehen, vollgestopft mit Kommunikation.
  • Geregelte Diplomatie: Ich mag es nicht, wenn Diplomatie nur auf „losen Absprachen“ basiert: Hattest du mir nicht zugesagt, dass du mich wählst? Warum gibst du jetzt ihm deine Stimmen? In diesem Spiel wird alles, was man verhandeln kann, sofort festgehalten. Ich helfe dir, aber du zahlst sofort Geld. Du delegierst sofort Wähler. Oder du überreichst mir einen „Blankoscheck“: Ich helfe dir jetzt, aber irgendwann später tust du genau das, was ich sage. Damit das zeitlich nicht völlig ausufert, gibt es ein klares Regelgerüst, was man wann verhandeln kann.
  • Satire auf den Neoliberalismus: Alles, was wir tun, geschieht aus egoistischen Gründen. Dennoch werden wir dabei zusehen können, wie das römische Reich wächst und gedeiht. Und das ist sogar historisch akkurat.

Angedacht sind 3-5 verhandlungswütige Spieler und eine Spielzeit von etwa 2 Stunden.


Der Senat

Der Senat nimmt den Großteil des Spielplans ein, er war das Herzstück des alten Prototypen.  Er ist in vier Kammern aufgeteilt, in denen sich die Spieler in verschiedene Ämter wählen lassen. Oben finden sich Ädil und Volkstribun, gewählt von einfachen Plebejern. Unten die gehobenen Positionen Prätor, Konsul und Prokonsul, gewählt von den adligen Patriziern.

Wer für ein Amt kandidieren möchte, schiebt einen seiner Senatoren auf das passende Feld, alle anderen in dieser Kammer auf die Wählerstimmen seiner Farbe. Wer nicht kandidiert, kann mit seinen freien Stimmen in Verhandlungen punkten.

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Orange kann mit seinen vier freien Stimmen entscheiden, wer zum Volkstribun gewählt wird. Für maximalen Profit bietet es sich an, zuerst Grün oder Blau nur eine oder zwei Wählerstimmen anzubieten, damit Weiß noch als Verhandlungspartner zur Verfügung steht.

Am Ende jeder Runde werden die Mehrheiten in den vier Kammern geprüft. In ein Amt gewählt zu werden, bringt der jeweiligen Familie Ruhm und eine mächtige Kartenaktion, diesmal sogar ohne sich mit anderen Spielern absprechen zu müssen.


Aktionen über Karten

Zu Beginn jeder Runde ziehen die Spieler Aktionskarten von vier Stapeln. Damit legen sie ihre ungefähre politische Ausrichtung für die nächste Zeit fest: Geld, Kampf, niedere Politik und höhere Politik. Wer gerne Ruhm als Eroberer ernten möchte, sollte also wenigstens eine Kampfkarte ziehen.

rom_karten

Dann werden die Karten reihum ausgespielt. Den oberen Teil darf man immer wählen, für den unteren braucht es ein passendes Amt, oder die Unterstützung von anderen Spielern. Und die werden sie nicht umsonst gewähren.


Das römische Reich

Ein zweiter Spielplan musste her, ein solches Spiel braucht eine gewisse „Opulenz“.

römisches reich
Die Tabellen sind alle leer, damit ich Zahlenwerte mit Bleistift eintragen und ändern kann.

Die lila Provinzen sind schon zu Beginn Teil des römischen Reichs. Die anderen gilt es erst noch zu erobern, wobei ihre Farbe angibt, wie schwer sich das gestaltet. Die Gebäude darin dienen als Geldeinkommen.


Mehrfachverwendung von Spielsteinen

Dieses Konzept habe ich aus einem anderen, zur Ruhe gelegten Prototypen übernommen. Dasselbe Spielmaterial – Holzklötze in Spielerfarbe – wird für Denare, Senatoren, Legionen und Villen benutzt. Weil die Gesamtmenge begrenzt ist, müssen die Spieler ihre Ausrichtung genau planen, man kann nicht „viel von allem“ haben.

rom_klötze
Die Position auf dem Spielplan definiert, was ein Stein ist. Im Senat wandern die Steine etwa als Senatoren herum, sie kandidieren für Ämter und wählen diese per Mehrheitssystem.

Wer mit vielen Legionen viele Länder erobert, dem werden irgendwann die Spielsteine ausgehen, um ohne die Hilfe anderer Spieler Stimmenmehrheiten im Senat zu erlangen.


Kampfsystem

Natürlich müssen wir in einem Römerspiel auch Legionen in den Kampf schicken können. Wegen der Grundidee des Spiels – alles, was wir tun, macht Rom größer und schöner, auch wenn wir eigentlich nur egoistisch handeln – kämpfen wir aber niemals gegeneinander. Wir können nur Barbaren angreifen, um Ruhm und Beute zu erlangen.

Ich wollte ein schnelles, glückslastiges und emotionales Kampfsystem haben. Folgendes kam mir in den Sinn:

Wir schmeißen die Barbaren zusammen mit den Legionen in einen Sack. Dann ziehen wir so viele Steine raus, wie wir Legionen reingeworfen haben. Alles, was im Sack bleibt, ist kaputt. Wenn mehr Legionen als Barbaren gezogen wurden, ist die Provinz erobert.

Um überhaupt kämpfen zu dürfen, muss man eine Legionskarte ausspielen, die in der Regel den Kampf schwerer gestaltet. Auch hier wird Planung belohnt, wer mehrere solcher Karten gezogen hat, kann eine bessere auswählen.

rom_kampf
Die Provinz Cappadocia beherbergt 3 Barbaren (das sagt ihre Farbe). Der blaue Spieler spielt eine Legionskarte und findet die Unterstützung des grünen Spielers, der ihn im Tausch gegen die Beute mit zwei Legionen begleiten möchte. Unter herben Verlusten wird Cappadocia besiegt, der blaue Spieler erhält Ruhm und darf eine Villa errichten, um die Eroberung zu markieren. Grün hat leider seine Legionen verloren, aber immerhin wird er mit Denaren belohnt.

Das sind jetzt keine vollständigen oder genauen Regeln, aber ich wollte einen kurzen Überblick bieten.

 

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2 Gedanken zu “Spielidee – Imperium Romanum

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