Angespielt – Wat’n Dat?

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Bildquelle: BGG

Endlich ist es wieder Zeit für „Hund? Katze? Maus? Elefant? …Narwal? …Laserdrucker?“, denn der Klassiker Wat’n Dat? hat 2017 eine Neuauflage im Nürnberger Spielkartenverlag (NSV) erfahren.


Wie geht das?

Wat’n Dat? ist ein kreatives Ratespiel. Mit den simplen Holzteilen wollen festgelegte Begriffe dargestellt und von den anderen erraten werden, zum Beispiel zwei längliche Dinger und ein roter Kreis dran ergeben ein Streichholz.

Das Besondere dabei: Der Begriff  wird von einem Team aus zwei Spielern beackert, die sich nicht absprechen dürfen und abwechselnd je ein Holzteil anlegen müssen. Sie haben ungefähr eine Minute Zeit dafür. Bei Erfolg erhalten das Team und der Spieler mit dem richtigen Tipp je einen Punkt.

Das war’s eigentlich schon.

Weil sich alle diese Spiele dann doch irgendwie ähneln, hindert einen natürlich nichts und niemand daran, diverse Varianten zu spielen. Etwa ohne Teams mit einem einzelnen Erklärer, oder „so schnell wie möglich, so viele Begriffe, wie in 2/3/4/5 Minuten reinpassen“, oder zwei Teams gegeneinander, wie in Codenames.


Wie spielt sich das?

Manch ein Spieler dachte erstmal, wie zur Hölle soll das mit dem bisschen Material funktionieren? Und dann noch im Team, ohne Absprache? Aber es zeigte sich schnell, dass die Aufgaben meist durchaus lösbar sind. Es lassen sich erstaunlich klare Formen basteln, und wie das halt so ist: die Mitspieler feuern fröhlich Begriffe raus, irgendwann fallen auch abstrusere Tipps, und irgendwann der richtige.

Ach ja, à propos abstrus: Was die zu erratenden Begriffe angeht, könnte ich fast 1:1 eine Rezension von Udo Bartsch zu Imagine abschreiben, denn hier finden sich enorme Schwankungen: Es gibt einfachste Aufgaben wie „Haus“ oder „Fisch“, aber auch erstaunlich spezifische wie „Ringturnen“ oder „Vampir“. Nun ist es durchaus möglich, sowas darzustellen, aber es kostet halt einfach viel mehr Zeit, bis das endlich erraten ist. Falls es denn überhaupt erraten wird. So lange ist eine Minute halt auch nicht.

Ein wenig schade ist auch, wie sehr das Material abgespeckt wurde: Es liegt keine Sanduhr mehr bei, um die Zeit zu stoppen, hier muss ein Handy herhalten. Auch gibt es viel zu wenige Karten mit Begriffen. Will heißen, genug Begriffe gibt es schon, auf jeder Karte stehen sechs davon. Aber weil die Karten nebenher auch noch zum Punktezählen herhalten sollen, also bei jedem erfolgreichen Rateversuch drei Karten vom Stapel verschwinden, geht dieser ziemlich schnell zur Neige. In früheren Versionen gab es Siegpunktechips. Ebenso wurden die Spielerkarten und das System der Teamermittlung gestrichen, jetzt spielen einfach die Sitznachbarn zusammen, und in der zweiten Runde sollen wir Plätze tauschen, damit andere Teams zustande kommen. Das halte ich aber für eine sinnvolle Anpassung.

P.S: Im Spiel zu dritt war in einer früheren Version die Punktevergabe völliger Quatsch, effektiv erhielt nur der erratende Spieler einen Punkt, was einem kompetitiven Rateteam jede Motivation nimmt, den Begriff sinnvoll darzustellen. Jetzt erhält der erratende Spieler einen Punkt, und derjenige aus dem Team, der den letzten Holzstein angelegt hat. Hört sich wesentlich besser an.


Und?

Die neue Version kommt schick daher, aber ich finde es dennoch schade, dass so rudimentäre Bestandteile wie eine Sanduhr eingespart wurden.

Vielleicht will der NSV damit aber auch andeuten, dass man das alles nicht so genau nehmen soll. „Dauert es halt mal zwei Minuten statt einer, so what?“ Dann wären theoretisch auch die inkonsistent schwierigen Begriffe kein Balanceproblem mehr. Im Gegenteil, vielleicht wird dadurch gar für Highlights gesorgt: „Wow, ihr habt das geschafft? Nicht schlecht!“

Falls dem so ist, neige ich dazu, dem NSV zuzustimmen. Wer spielt solche Spiele schon wegen der Siegpunkte?

Weil das Spielprinzip nach wie vor Spaß macht und spannend ist, verbleibe ich mit einem „I like“!

 

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