Angespielt – Willkommen im Dungeon

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Bildquelle: Heidelberger Spieleverlag

Willkommen im Dungeon fällt in die Kategorie Microgame. Das heißt, es wurde versucht, möglichst viel Spielspaß mit möglichst wenig Material und einer kurzen Dauer zu einem kleinen Preis in eine kleine Schachtel zu packen.

Spoiler: Mission erfolgreich.  😉


Wie funktioniert das?

Zu Beginn einer Runde legen wir einen von vier klassischen Fantasyhelden in die Mitte, mit ebenso klassischer Ausrüstung: Heiltränke, Rüstungen, Äxte, Schwerter, Tarnumhänge… Das übliche eben.

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Der Krieger. Bildquelle: BGG

Reihum ziehen wir nun immer eine von 13 Monsterkarten und spielen sie entweder verdeckt in den Dungeon, oder entsorgen sie zusammen mit einem Gegenstand des Helden. So dringend braucht der seinen magischen Ring doch gar nicht… Es wird also entweder der Dungeon schwerer, oder der Held schwächer.

Sobald wir die Aufgabe für unlösbar halten, dürfen wir passen, dann sind wir für diese Runde raus. Wer zuletzt passt, muss mit dem kläglichen Rest an Ausrüstung in den überfüllten Dungeon. Überlebt er das unerwarteterweise, so bekommt der Spieler einen Siegpunkt, ansonsten verliert er einen von zwei Lebenspunkten.

Dann beginnt die nächste Runde, mit dem gleichen oder einem anderen Helden. Wir spielen, bis jemand zweimal den Dungeon überlebt hat oder als letzter im Spiel verbleibt.


Wie fühlt sich das an?

Willkommen im Dungeon lebt von der unvollständigen Information. Will mein Mitspieler selbst in den Dungeon, oder bereitet er eine Todesfalle vor und wird gleich passen? Wie viele fiese Golems sind schon im Stapel? Wenn ich die Fackel wegnehme, ist das zu viel, oder geht da noch was? Das sorgt für Nervenkitzel und trägt über die kurze Spieldauer.

Aber natürlich hat die Spieleranzahl großen Einfluss. Zu zweit kenne ich jede zweite Karte und kann auch tatsächlich halbwegs sinnvoll planen: Spiele ich den Drachen und entferne in der nächsten Runde die Drachenlanze, weiß ich ganz genau, dass da jetzt ein ungeheuer fieses unbesiegbares Vieh lauert, werde also vermutlich passen und meinen Mitspieler ins offene Messer laufen lassen. Zu viert ist das völlig anders. Ich kenne nur noch maximal 3 statt 6 Karten, und es passiert viel zu viel zwischen meinen Zügen. Weil das eher chaotisch ist, erscheint es nicht blöd, sich so schnell wie möglich dünne zu machen, und erst so richtig mitzuspielen, wenn schon ein bis zwei Spieler ausgeschieden sind. Das ist dann natürlich etwas passiv, aber das Spiel ist auch als Zuschauer durchaus unterhaltsam.

Ich stelle auch eine gewisse Lernkurve fest. Anfänglich ist es eher schwer abzuschätzen, wie viele Monster so ein Held verträgt, oder welche Ausrüstung er unbedingt braucht. Es kommen dann völlig unmögliche Selbstmordmissionen oder lächerlich einfache Abstauberrunden zustande. Aber schon nach ein paar Partien ist allen Beteiligten klar, wie der Hase läuft, und ab dann ist jeder Dungeon eine Zitterpartie.

Weil es nur dreizehn Monster und vier verschiedene Helden gibt, deren Ausrüstung sich auch noch überschneidet, hat man natürlich bald alles gesehen, was in der Schachtel ist. Das Spiel nutzt sich schnell ab, las ich in anderen Rezensionen. Gut möglich, aber was erwartet ihr denn von einem Microgame? Sowas will nicht als Hauptgericht, sondern als Zwischenmahlzeit genossen werden. Ich habe jetzt ein paar Dutzend Dungeons gesehen, und das Spannende ist für mich nicht, neue Karten zu sehen, sondern dass ich versuche, meine Mitspieler auszubluffen.


Fazit

Hübsche Ausstattung, wie immer bei Iello schöne comichaft bunte Illustrationen. Dazu eine interessante Spielidee, hier ist mehr dran, als die kleine Schachtel vermuten lässt. Runde Sache. Ich bin entzückt.

Weil ich das gerne noch oft irgendwo dazwischenschieben und vermutlich auch in meine Sammlung aufnehmen werde, verbleibe ich mit einer 8/10.

 

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2 Gedanken zu “Angespielt – Willkommen im Dungeon

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